Ravens vs Spartans

Spielbericht: Remo Pellegrini
 

📸 Colin Belser

 

LOST THE GAME

BUT NOT WHO WE ARE

- Franco Landolt 
 

Ausgangslage: Hochspannung vor dem Kantonsderby

Die Zürich Spartans waren zu Gast bei den Bülach Ravens, und mit Spannung wurde das Rückspiel erwartet. Bereits das Hinspiel war bis zum Schluss auf Augenhöhe verlaufen. Auch beim Kantonsderby spielte das Wetter wieder mit. Die Spartans reisten erwartungsgemäss mit einer grossen Anzahl an Spielern der Winterthur Warriors sowie einigen Spielern der Renegades nach Bülach an.

Erstes Quarter: Die Defense dominiert und sorgt für den ersten Paukenschlag

Die Spartans eröffneten den Kickoff. Das Special Team der Ravens stoppte den Return an der 35-Yard-Linie, sodass die Spartans dort ihren ersten Drive starteten. Die Spartans begannen ihren Drive mit einem Punt, der von den Ravens zurückerobert werden konnte. Die Ravens erhielten damit ihr erstes First Down. Aus diesem Drive konnten die Bülacher jedoch kein First Down erzielen und mussten punten. Ein schöner Punt brachte die Spartans an die 15-Yard-Linie.

Die Ravens Defense war sofort zur Stelle. Beim ersten Passversuch der Spartans war es Linus Volkart, der den Ball mit einer wunderschönen Interception abfing und anschliessend über das halbe Feld bis in die Endzone zurücktrug. Die Ravens gingen damit durch einen Pick-Six mit 6:0 in Führung. Der anschliessende Kick konnte nicht erfolgreich verwandelt werden.

Nach dem Kickoff starteten die Spartans an der 25-Yard-Linie. Die Defense der Ravens verhinderte erneut ein First Down, sodass die Spartans punten mussten. Die Ravens starteten an der 49-Yard-Linie. Ein weiter Pass auf Alexander von Felbert konnte nicht erfolgreich angebracht werden. Auch im weiteren Verlauf gelang den Ravens kein First Down, weshalb erneut gepuntet werden musste. Der Punt der Ravens brachte die Spartans bis an die eigene 4-Yard-Linie. Nach einer weiteren Strafe wurden sie noch weiter in Richtung eigener Endzone gedrängt. Beim dritten Versuch und 12 Yards zu gehen war es Ben Stauffer, der eine weitere Interception einleitete und den Ball noch über zehn Yards zurücktragen konnte.

Die Ravens starteten ihren nächsten Drive mit einem schönen Lauf. Dieser wurde jedoch aufgrund einer Strafe aberkannt, wodurch die Ravens bei Second Down und 14 Yards standen. Anschliessend war es Stefan Moll auf Seiten der Spartans, der mit einer Interception den Ball für die Zürcher zurückeroberte. Nach einem schlechten Snap der Spartans konnten die Ravens den Ball jedoch erneut recovern und kamen wieder in Ballbesitz. Beim dritten Versuch und 11 Yards wurde Alexandre De Amorin von der Spartans Defense gesackt. Beim vierten Versuch und 9 Yards versuchten die Ravens ein Field Goal, welches leider nicht erfolgreich war. Damit endete das erste Quarter.

Zweites Quarter: Ein Safety bricht den Bann für die Spartans

Im zweiten Quarter starteten die Spartans an der 19-Yard-Linie. Der Drive brachte kein First Down, sodass die Zürcher beim vierten Versuch und 13 Yards punten mussten. Ben Stauffer von den Ravens zeigte anschliessend einen starken Punt Return über rund 15 Yards. Die Ravens starteten damit an der 34-Yard-Linie. Die Ravens spielten den vierten Versuch aus, konnten das First Down jedoch nicht erreichen. Eine Spielverzögerung führte zusätzlich zu einer Strafe, sodass die Ravens schliesslich punten mussten. Der Punt landete in der Endzone und führte zum Touchback. Die Spartans starteten damit an der eigenen 20-Yard-Linie.

Beim dritten Versuch und 12 Yards kassierten die Spartans eine Strafe wegen Spielverzögerung. Ein zu hoher Pass konnte anschliessend nicht gefangen werden, weshalb die Spartans beim vierten Versuch und 12 Yards erneut zum Punt gezwungen waren. Ein schöner, hoher Punt zwang die Ravens, ihren nächsten Drive an der eigenen 6-Yard-Linie zu beginnen. Ein schlechter Snap brachte den Ravens-Quarterback zusätzlich in Bedrängnis. Beim dritten Versuch und 13 Yards standen die Ravens schliesslich an der eigenen 1-Yard-Linie – eine gefährliche Situation.

Und tatsächlich passierte es: Alexandre De Amorim wurde in der eigenen Endzone gesackt. Die Spartans erzielten damit ihre ersten Punkte und verkürzten auf 6:2.

Die Bühler-Brüder drehen das Spiel vor der Halbzeit

Nach dem Safety mussten die Ravens den Ball wieder an die Spartans kicken. Die Zürcher starteten an der 26-Yard-Linie. Quarterback Finn Bühler sorgte mit einem QB Keep für einen schönen Lauf über acht Yards. Beim dritten Versuch und 2 Yards lief Bühler erneut selbst und erzielte ein neues First Down. Der Spielzug wurde jedoch aufgrund eines Holdings aberkannt. Beim dritten Versuch und 7 Yards blieb ein Pass erfolglos, sodass die Spartans erneut punten mussten.

Die Ravens starteten an der 30-Yard-Linie. Quarterback Junior fand zunächst keine Anspielstation und entschied sich, selbst zu laufen. Mit einem Lauf über sieben Yards brachte er die Ravens zu Second Down und 3 Yards. Beim folgenden Passversuch wurde der Ball von den Spartans abgefangen. Die Zürcher übernahmen erneut den Ball und starteten ihren nächsten Drive mit einem First Down.

Quarterback Finn Bühler fand nun zunehmend Gefallen daran, selbst mit dem Ball zu laufen. Mit einem weiteren Lauf brachte er die Spartans zu Second Down und 6 Yards. Ein weiterer schöner Run führte zu einem neuen First Down. Die Spartans arbeiteten sich bis an die 10-Yard-Linie vor. Wieder war es Finn Bühler mit einem QB Keep, der bis an die 4-Yard-Linie kam.

Beim Second and Goal verhinderte Ravens-Spieler Stanley Joneidys Egg mit einem wunderschönen Block, dass ein Pass in der Endzone erfolgreich angebracht werden konnte. Beim dritten Versuch führte ein schlechter Snap dazu, dass der Quarterback den Ball hinter der Line of Scrimmage wieder aufnehmen musste. Finn Bühler fand dennoch eine Lücke und spielte einen Pass in die Doppeldeckung auf die Nummer 10, seinen Bruder Lars Bühler, zum Touchdown. Die Spartans verkürzten beziehungsweise drehten das Spiel damit auf 8:6. Die Spartans entschieden sich für die Two-Point-Conversion. Finn Bühler behielt den Ball beim QB Keep und lief durch die Mitte erfolgreich in die Endzone. Damit gingen die Spartans mit 10:6 in Führung.

Ein flacher Kickoff der Spartans eröffnete den nächsten Drive der Ravens an der 25-Yard-Linie. Ein gefangener Ball von Thibaud Roth brachte die Ravens zu einem neuen First Down. Ein wunderschöner Pass auf Alexander von Felbert über rund acht Yards brachte die Ravens zu Second Down und 2 Yards. Dann wurde das Momentum durch die Halbzeit unterbrochen.

Drittes Quarter: Erneuter Pick-Six und die überraschende Führung der Ravens

Nach der Halbzeit eröffneten die Ravens mit dem Kickoff. Beim ersten Passversuch der Spartans war erneut Stanley Joneidys Egg von den Ravens zur Stelle. Er fing den Pass ab und trug den Ball bis in die Endzone zurück. Die Ravens erzielten damit den nächsten Pick-Six und gingen mit 12:10 in Führung. Auch dieses Field Goal war nicht erfolgreich. Zu diesem Zeitpunkt war die Überraschung gross: Gegen den haushohen Favoriten lagen die Ravens im dritten Quarter wieder in Führung.

Umstrittene Pfiffe und das Momentum kippt endgültig

Nach dem Kickoff ging der Ball in die Endzone – Touchback. Die Spartans starteten ihren nächsten Drive mit einem schönen Outside Run und erzielten ein neues First Down. Erneut war es Finn Bühler, der mit einem QB Keep zu einem neuen First Down gelangte. Die Ravens Defense tat sich zunehmend schwer damit, die QB Keeps von Bühler zu stoppen. Ein schöner Pass von Finn Bühler auf seinen Tight End brachte den Spartans erneut ein First Down. Die Zürcher arbeiteten sich bis an die 14-Yard-Linie vor und versuchten, mit Pässen in die Endzone zu gelangen. Die Ravens Defense war jedoch wieder zur Stelle und verhinderte mit guter Passverteidigung einen Touchdown.

Beim dritten Versuch und 7 Yards stoppte die Ravens Defense die Zürcher. Die Spartans spielten den vierten Versuch aus. Dieser Spielzug war umstritten: Der Ball wurde aus Sicht der Ravens nicht sauber gefangen, dennoch entschieden die Schiedsrichter auf First Down für die Spartans. Erneut war es Finn Bühler mit einem QB Keep, der den Touchdown erzielte. Auch bei der anschliessenden Two-Point-Conversion entschieden sich die Spartans für einen QB Keep durch die Mitte und gingen damit mit 18:12 in Führung.

Der Kickoff der Spartans landete an der 25-Yard-Linie, where die Ravens ihren nächsten Drive starteten. Ein erneuter Passversuch wurde von den Spartans abgefangen und zum Pick-Six zurückgetragen. Die Two-Point-Conversion der Spartans misslang, sodass es 24:12 stand.

Der nächste Kickoff der Spartans war erneut sehr tief. Die Zürcher überraschten mit einem Trick-Spielzug und konnten den Ball anschliessend selbst recovern. Damit blieben sie im Ballbesitz. Gleich beim ersten First Down fumbelten die Spartans jedoch, und die Ravens konnten den Ball recovern. Beim anschliessenden Drive der Ravens sorgte ein erneuter QB-Sack für einen schwierigen Versuch und zwang die Gastgeber zum Punt.

Die Spartans starteten ihren nächsten Drive an der 20-Yard-Linie. Ein weiterer Passspielzug von den Gebrüdern Bühler von den Winterthur Warriors führte zu einem weiteren First Down und brachte die Spartans bis in die Red Zone. Ein erneut guter Pass führte erneut zum First Down. Kurz vor der Endzone war es wiederum Finn Bühler, der mit einem QB Keep von der Ravens Defense gestoppt werden konnte. Ein Laufspielzug über die linke Seite brachte schliesslich den erneuten Touchdown der Spartans zum Spielstand von 30:12. Die anschliessende Two-Point-Conversion war nicht erfolgreich.

Viertes Quarter: Bittere Interceptions und ein unversöhnliches Ende

Beim nächsten Kickoff wechselten die Ravens ihren Quarterback. Neuer Quarterback war Patrick, der gleich bei seinem ersten Drive eine Interception warf. Die Spartans trugen den Ball erneut zum Pick-Six in die Endzone zurück und erhöhten damit auf 37:12. Das Field Goal war diesmal erfolgreich. Bei den Ravens lagen die Nerven inzwischen blank. Aus Sicht der Gastgeber hatten mehrere umstrittene Entscheidungen das Spiel entscheidend gegen sie beeinflusst. Das Momentum war mittlerweile klar auf die Seite der Spartans gekippt.

Die Ravens starteten nach dem nächsten Kickoff an der 23-Yard-Linie. Erneut wurde ein Pass von Quarterback Patrick von den Spartans abgefangen und zum Pick-Six zurückgetragen. Die Spartans erhöhten damit weiter. Das anschliessende Field Goal war erfolgreich.

Im letzten Quarter konnte sich die Ravens Defense wieder fangen und verhinderte kurz vor der Endzone einen weiteren Touchdown der Spartans. Mit nur noch rund eineinhalb Minuten auf der Uhr und einer deutlichen Führung wäre es im American Football üblich gewesen, die Uhr durch Kneel Downs auslaufen zu lassen. Dies wird im Allgemeinen als respektvoller Umgang mit dem bereits geschlagenen Gegner verstanden. Die Spartans entschieden sich jedoch dafür, erneut eine Formation aufzustellen und nochmals Punkte zu erzielen. Bei den Ravens sorgte dies für Unverständnis. Auch gewisse Entscheidungen wurden von den Gastgebern im Nachgang kritisch beurteilt.

Die Ravens gingen bei ihrem letzten First Down auf die Knie. Das Spiel endete schliesslich mit 51:12 für die Spartans, die damit ihren vierten Sieg in Folge einfuhren.

Stimmen zum Spiel: Harte Kritik, aber der Fokus bleibt auf den Playoffs

Headcoach Franco Landolt bezeichnete das Spiel nach Abpfiff als eines der unfairsten, die er je erlebt habe. Gleichzeitig zeigte er sich sehr stolz auf seine Mannschaft und richtete den Blick bereits wieder nach vorne.

Auch Präsident Pellegrini blickte unmittelbar auf die kommenden Aufgaben: „Wir konzentrieren uns bereits auf das nächste Spiel. Ein Playoff-Platz ist in Reichweite.“ Der Fokus liegt damit bereits auf dem nächsten Heimspiel gegen die Riviera Saints aus Montreux, die in zwei Wochen in Bülach erwartet werden.

Für die Ravens heisst es nun: Kopf hoch, zusammenstehen und den Blick nach vorne richten. Die Saison ist noch nicht vorbei und die Playoff-Chance bleibt in Reichweite.

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Ravens vs Sharks - Home Opener